
Kirschmichel wie früher ist ein traditioneller deutscher Süßspeisenklassiker aus altbackenem Brot, saftigen Kirschen und einer lockeren Eiermilch. Außen wird der Auflauf leicht goldbraun, während er innen wunderbar weich, fruchtig und saftig bleibt.
Früher wurde Kirschmichel besonders gern zubereitet, um ältere Brötchen oder Weißbrot sinnvoll zu verwerten. Das einfache Rezept schmeckt warm direkt aus dem Ofen, aber auch abgekühlt. Dazu passen Vanillesoße, Puderzucker oder eine kleine Portion Schlagsahne.
Rezeptinformationen
- Vorbereitungszeit: 25 Minuten
- Einweichzeit: 15 Minuten
- Backzeit: 40 bis 45 Minuten
- Gesamtzeit: etwa 1 Stunde 20 Minuten
- Portionen: 6
- Kalorien: ca. 380 kcal pro Portion
- Backform: Auflaufform mit etwa 25 × 20 cm
Zutaten
Für den Kirschmichel
- 300 g altbackene Brötchen oder Weißbrot
- 500 ml Milch
- 500 g entsteinte Sauerkirschen
oder 1 Glas Sauerkirschen mit etwa 350 g Abtropfgewicht - 4 Eier, Größe M
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 60 g weiche Butter
- 50 g gemahlene Mandeln
- 1 Teelöffel Zimt
- 1 Prise Salz
- 1 Teelöffel fein abgeriebene Zitronenschale
- 30 g Mandelblättchen, optional
Für die Form
- etwas Butter
- 1 Esslöffel Semmelbrösel
Zum Servieren
- Puderzucker
- Vanillesoße, optional
Zubereitung
1. Brot vorbereiten
Die altbackenen Brötchen oder das Weißbrot in dünne Scheiben oder kleine Würfel schneiden und in eine große Schüssel geben.
Die Milch leicht erwärmen, aber nicht kochen. Anschließend gleichmäßig über das Brot gießen.
Alles etwa 15 Minuten einweichen lassen, bis das Brot weich geworden ist. Zwischendurch vorsichtig umrühren, damit alle Stücke Milch aufnehmen.
2. Kirschen vorbereiten
Frische Kirschen waschen, entstielen und entsteinen.
Kirschen aus dem Glas in ein Sieb geben und gründlich abtropfen lassen. Etwas Kirschsaft darf an den Früchten bleiben, sie sollten jedoch nicht tropfnass sein.
3. Backform vorbereiten
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft vorheizen.
Eine Auflaufform gründlich mit Butter einfetten und mit Semmelbröseln ausstreuen.
4. Eier trennen
Die Eier vorsichtig trennen.
Die Eiweiße zusammen mit einer Prise Salz in einer fettfreien Schüssel steif schlagen und zunächst beiseitestellen.
5. Eigelbmasse verrühren
Die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker mehrere Minuten cremig rühren.
Die Eigelbe einzeln hinzufügen und gründlich unterrühren. Anschließend Zimt, Zitronenschale und gemahlene Mandeln dazugeben.
6. Brotmasse herstellen
Das eingeweichte Brot mit einer Gabel oder den Händen leicht zerdrücken. Die Brotstücke dürfen noch etwas Struktur haben und sollten nicht vollständig püriert werden.
Die Butter-Eigelb-Mischung unter die Brotmasse rühren.
Danach die abgetropften Kirschen vorsichtig unterheben.
7. Eischnee unterheben
Den steif geschlagenen Eischnee in zwei bis drei Portionen vorsichtig unter die Brot-Kirsch-Masse heben.
Dabei nicht zu stark rühren, damit die eingeschlagene Luft erhalten bleibt und der Kirschmichel locker wird.
8. Kirschmichel in die Form geben
Die Masse gleichmäßig in der vorbereiteten Auflaufform verteilen.
Die Oberfläche leicht glatt streichen und nach Wunsch mit Mandelblättchen bestreuen.
9. Kirschmichel backen
Den Kirschmichel auf der mittleren Schiene etwa 40 bis 45 Minuten backen.
Die Oberfläche sollte goldbraun sein und die Mitte darf beim vorsichtigen Rütteln nicht mehr flüssig wirken.
Wird der Auflauf zu schnell dunkel, die Oberfläche in den letzten Minuten locker mit Backpapier abdecken.
10. Kurz ruhen lassen
Den fertigen Kirschmichel aus dem Backofen nehmen und etwa zehn Minuten ruhen lassen.
Anschließend warm mit Puderzucker bestreuen und nach Wunsch mit Vanillesoße servieren.
Warum du diesen Kirschmichel lieben wirst
- Klassisches Rezept wie bei Oma
- Perfekt zur Resteverwertung von Brot und Brötchen
- Saftig, fruchtig und angenehm locker
- Einfach aus günstigen Zutaten
- Warm und kalt lecker
- Ideal als Dessert, süßes Mittagessen oder Nachmittagskuchen
- Mit frischen Kirschen oder Kirschen aus dem Glas möglich
Tipps für den perfekten Kirschmichel
Altbackenes Brot verwenden
Frisches Brot nimmt die Milch schlechter auf und kann den Auflauf zu weich machen. Ideal sind Brötchen oder Weißbrot vom Vortag.
Brot nicht zu fein zerdrücken
Ein traditioneller Kirschmichel darf noch kleine Brotstücke enthalten. Dadurch bekommt er seine typische rustikale Konsistenz.
Kirschen gut abtropfen lassen
Zu viel Kirschsaft macht die Masse unnötig flüssig. Glasfrüchte deshalb einige Minuten in einem Sieb abtropfen lassen.
Eischnee vorsichtig unterheben
Der Eischnee sorgt für eine lockere Konsistenz. Deshalb nur vorsichtig mit einem Teigschaber unterheben.
Kurz ruhen lassen
Direkt aus dem Ofen ist der Kirschmichel sehr weich. Nach zehn Minuten Ruhezeit lässt er sich besser portionieren.
Varianten
Mit Äpfeln
Statt Kirschen können geschälte und gewürfelte Äpfel verwendet werden. Besonders gut passen Zimt und Rosinen dazu.
Mit Schokolade
Etwa 50 g gehackte Zartbitterschokolade können unter die Brotmasse gehoben werden.
Mit Quark
Für eine cremigere Konsistenz können 150 g Quark unter die Eigelbmasse gerührt werden.
Mit Nüssen
Statt Mandeln eignen sich gemahlene Haselnüsse oder Walnüsse.
Ohne Nüsse
Die gemahlenen Mandeln können weggelassen und durch zwei Esslöffel Semmelbrösel ersetzt werden.
Was passt zu Kirschmichel?
Traditionell wird Kirschmichel warm mit Vanillesoße serviert. Auch eine leicht gesüßte Schlagsahne oder eine Kugel Vanilleeis passen sehr gut dazu.
Wer es einfacher mag, bestäubt den noch warmen Auflauf nur mit etwas Puderzucker.
Aufbewahrung
Reste vollständig abkühlen lassen und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Der Kirschmichel bleibt etwa zwei Tage frisch. Vor dem Servieren kann er portionsweise im Backofen oder kurz in der Mikrowelle erwärmt werden.
Kirschmichel einfrieren
Kirschmichel kann portionsweise eingefroren werden.
Den vollständig abgekühlten Auflauf in Stücke schneiden und luftdicht verpacken. Im Gefrierschrank hält er sich etwa zwei Monate.
Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank stellen und anschließend im Backofen erwärmen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Kirschmichel?
Kirschmichel ist ein traditioneller deutscher Brotauflauf aus eingeweichten Brötchen, Milch, Eiern, Butter, Zucker und Kirschen. Er wird besonders in Süddeutschland als süße Hauptspeise oder Dessert serviert.
Kann ich frische Kirschen verwenden?
Ja, frische entsteinte Kirschen sind besonders während der Kirschsaison ideal. Auch tiefgekühlte oder eingelegte Kirschen eignen sich.
Welche Kirschen eignen sich am besten?
Sauerkirschen sind besonders empfehlenswert, da ihre leichte Säure gut mit der süßen Brotmasse harmoniert.
Kann ich Kirschmichel am Vortag vorbereiten?
Die Brotmasse kann vorbereitet und gekühlt werden. Der Eischnee sollte jedoch erst kurz vor dem Backen untergehoben werden.
Warum ist mein Kirschmichel matschig?
Möglicherweise wurde zu viel Milch verwendet oder die Kirschen waren zu feucht. Außerdem sollte der Auflauf vollständig durchgebacken sein.
Kann ich Toastbrot verwenden?
Ja, Toastbrot funktioniert ebenfalls. Besonders geeignet ist Toastbrot vom Vortag.

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